Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Lactose-Intoleranz
In Deutschland können bis zu 12 Millionen Menschen Milchzucker nicht ausreichend verstoffwechseln. Am häufigsten tritt die so genannte primäre Lactose-Intoleranz auf, bei der die betroffenen Menschen nur sehr geringe Mengen des Enzyms Lactase bilden können. Da zudem bei allen Menschen ab dem 6. bis 20. Lebensjahr die vorhandene Menge an Lactase stetig abnimmt, wird zwangsläufig zu einem Zeitpunkt innerhalb dieses Zeitfensters die benötigte Menge des Enzyms bei betroffenen Menschen unterschritten - es setzen die beschriebenen Symptome der Erkrankung ein (Blähungen, Durchfall, unspezifische Schmerzen im Darm, Übelkeit und Erbrechen).
Bisher war weltweit kein diagnostischer Test erhältlich, der einen einfachen, schnellen und zu 100 % spezifischen Nachweis der Lactoseintoleranz ermöglicht hat. Deshalb wurde LactoScan® entwickelt. Für diesen Speicheltest benötigt man lediglich einen Abstrich der Mundschleimhaut mittels eines speziellen Wattestäbchens.
Wann sollte ein Test auf Laktose-Intoleranz durchgeführt werden?
Bei länger anhaltenden Verdauungsstörungen unbekannter Ursache oder schlechter Verträglichkeit von Milchprodukten.
Gluten-Intoleranz
Bei einer Glutenunverträglichkeit reagiert der Körper überempfindlich auf Gluten (Klebereiweiß). Gluten kommt vor allem in Weizen, Gerste, Roggen und Hafer vor. Die Glutenunverträglichkeit im Säuglings- und Kindesalter heißt Zöliakie, im Erwachsenenalter spricht man dagegen von Sprue.
Auf Grund dieser Unverträglichkeit wird die Schleimhaut des Dünndarms angegriffen und in ihrer Funktion eingeschränkt. Dadurch wird beispielsweise die Aufnahme von Nährstoffen (Vitamine, Mineralien, Kohlenhydrate und Fette) erschwert. Im Gegenzug können aber oft Schadstoffe wie Schwermetalle leichter aufgenommen werden.
Die Folgen sind Gewichtsverlust, Durchfall sowie Vitamin- und Mineralienmangel. Besonders Eisen und Calcium können nicht in ausreichender Menge aufgenommen werden. Bei Kindern verzögert sich dadurch das Wachstum (siehe auch Indikationen).
Glutenunverträglichkeit ist ein chronisches Leiden, das in jedem Alter vorkommen kann. Die Funktion der Schleimhaut kann durch glutenfreie Nahrung wiederhergestellt und aufrecht gehalten werden.
Wann sollte ein Test auf Gluten-Unverträglichkeit durchgeführt werden (Indikationen)?
Bei Kindern unter 2 Jahren mit: Meteorismus, aufgetriebenes Abdomen, übelriechende wechselhafte Diarrhoen, Erbrechen, Gedeihstörungen, Misslaunigkeit, Müdigkeit, schlaffe und faltige (auch blasse) Haut.
Bei älteren Kindern –und Erwachsenen- werden häufig auch admoninelle Schmerzen (teilweise auch Obstipation), Minderwuchs und psychische Auffälligkeiten beobachtet.
Als Ursache der Gluten-Unverträglichkeit vermutet man eine genetische Veranlagung: also ist die Untersuchung von Kindern und Geschwistern betroffener sinnvoll!
Histamin-Intoleranz
Eine Histamin-Intoleranz beruht auf der Unverträglichkeit von mit der Nahrung aufgenommenem oder aus Körperzellen freigesetztem Histamin. Lebensmittelzusatzstoffe oder Medikamente können die Histaminfreisetzung begünstigen. Die Histamin-Intoleranz ist nicht IgE-vermittelt und somit eine pseudoallergische Reaktion. Aber auch bei allergischen Reaktionen auf Lebensmittel spielt Histamin als Botenstoff eine wichtige Rolle.
Das Enzym Diaminoxidase baut Histamin ab. Wenn dessen Funktion eingeschränkt ist, können bereits kleinere Histaminbelastungen zu (pseudo)allergischen Symptomen führen. Wenn besondere Unverträglichkeiten bei Lebensmitteln, Zusatzstoffen und/oder Medikamenten (z.B. ASS, Diclofenac, Verapamil), der aufgeführten Liste bestehen, ist an eine solche Histaminose zu denken.
Die Untersuchung von Histamin im Urin (nur während akuter allergischer Symptome) ist dann sinnvoll. Therapeutisch müssten dann die Substanzen der Liste weitgehend gemieden werden. Zusätzlich kann man Nährstoffe einsetzen, die den Abbau von Histamin fördern. Frauen sind von einer Histaminintoleranz wesentlich häufiger betroffen als Männer.
Wann sollte ein Test auf Histamin-Intoleranz durchgeführt werden?
Bei länger anhaltenden Verdauungsstörungen unbekannter Ursache oder schlechter Verträglichkeit von Käse, (z.B. Appenzeller, Bergkäse, Emmentaler, Parmesan, Roqueforte – je älter, desto histaminreicher), Rohwurst (z.B. Salami, Schinken), Meerestiere (z.B. Hering, Makrele, Thunfisch, Tintenfisch – je älter, desto histaminreicher), Bananen, Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Bier, Wein (bes. alte Rotweine), Spirituosen, Sauerkraut. Auch bei Migräne und Kopfschmerzen wird häufig Histamin als mögliche Ursache angesehen.





